Milch macht stark und ist gesund – Mythos oder Wirklichkeit?

Milch macht müde Männer munter?
Dieser Slogan sollte in den 1950er Jahren ein positives Image der Milch aufbauen. Die derzeit zahlreich eröffneten Milchbars sind heute ein Symbol für den Zeitgeist von damals. Woher diese Werbeaussage ihr Argument nimmt, ist strittig, denn Milch hat gar keinen anregenden Effekt noch ist sie gar leistungssteigernd. Der hohe Tryptophangehalt in der Milch scheint im Gegenteil für ihre schlaffördernde Wirkung verantwortlich zu sein.
Milch ist, außer für Säuglinge und Kleinkinder, kein unbedingt notwendiges Grundnahrungsmittel. Gebildet wird sie in den Milchdrüsen der Säugetiere und dient bei allen Tieren ausschließlich zur Ernährung der Neugeborenen. Nur der Mensch nutzt sie auch im Erwachsenenalter und vorwiegend die Kuhmilch, auch zur Herstellung verschiedener Milchprodukte. Da die Milch unter anderem aus Kohlenhydraten (hier ist das wichtigste die Lactose), Proteinen und Vitaminen besteht, die von Tierart zu Tierart unterschiedlich sind, ist sie für eine ausgewogene Ernährung geeignet. Viele Menschen jedoch, und das sind immerhin 75% der erwachsenen Weltbevölkerung, haben eine Laktoseintoleranz und können keine Milch vertragen.
Dabei bilden alle gesunden Neugeborenen während der Stillzeit das Enzym Lactase, das Milchzucker in die Zuckerarten D-Galaktose und D-Glukose spalten kann. Im Laufe der Entwöhnung von der Muttermilch sinkt auch die Aktivität des Enzyms. Besonders in Asien und Afrika sind 90% der erwachsenen Bevölkerung betroffen, während es in Deutschland nur 15% sind, die keine Milch vertragen, da unsere Gesellschaft seit langer Zeit die Milchwirtschaft betreibt, die dazu führt, dass die Laktaseproduktion anhält, weil sich unser Körper daran gewöhnt hat. In all ihren Formen der Weiterverarbeitung ist sie eines unserer Hauptnahrungsmittel.

Milch macht stark und ist gesund
Milchsorten und Produkte
Rohmilch wird die Milch genannt, die man direkt beim Bauern lose kaufen kann. Sie wird nur gefiltert und ist 2-3 Tage bei guter Kühlung haltbar.
Vorzugsmilch ist die verpackte Rohmilch, sie ist ungeöffnet und gekühlt 6-10 Tage haltbar.
Frischmilch wird 15-30 Sekunden bei 72–75°C pasteurisiert und ist gekühlt 6-10 Tage haltbar.
Pastmilch wird 15-30 Sekunden bei 72–75°C pasteurisiert und homogenisiert und ist gekühlt auch 6-10 Tage haltbar.
ESL-Milch ist länger haltbare Frischmilch. Sie wird bei 123–127°C pasteurisiert oder der Rahm wird von der Magermilch getrennt, die Magermilch mikrogefiltert, der Rahm auf 72–75°C erhitzt und beides wieder vermischt. Danach wird sie homogenisiert und ist gekühlt und ungeöffnet ca. 3 Wochen haltbar.
H-Milch wird bei mind. 135°C 2–4 Sekunden ultrahocherhitzt und ist ungekühlt und ungeöffnet mindestens 6–8 Wochen haltbar.
Lactosefreie Milch, bei ihr wurde der Milchzucker durch Enzyme entfernt.
Für alle Milchsorten gilt: sind sie erst einmal geöffnet sind sie (gekühlt!) 2 bis 4 Tage haltbar.
Milch kann man konservieren, indem man der Milch das Wasser entzieht. Dann entsteht Milchpulver, das in der Schokoladenindustrie verwendet wird und bei der Herstellung von Säuglingsnahrung. Entzieht man der Milch einen Teil des Wassers, erhält man Kondensmilch.
Weitere Milchprodukte sind Butter, Frisch-, Weich-, Schnitt- oder Hartkäse, Milchmischgetränke wie Kakao oder Erdbeermilch, Molke, Quark, Sahne, Buttermilch, Joghurt, Dickmilch, Kefir, Schmand und Crème fraîche. Verwendet wird sie auch für Milchspeiseeis, Milchschokolade und Kosmetika.
Interessant zu wissen: Sogar Kunststoffe aus Kasein gibt es, man nennt sie Galalith. So machte man zum Beispiel die weißen Knöpfe an der Uniform der Royal Australian Air Force aus diesem Kunsthorn, das man auch Milchstein nennt.

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